Aufruf zum queerfeministischen Protest!
Am 19. September wollen christliche FundamentalistInnen, Konservative und extreme Rechte bei dem sogenannten „Marsch für das Leben“ (MfdL) wieder durch Berlin-Mitte laufen. Für diese Menschen bedeutet „Für das Leben sein“ und „Lebensschutz“: Hass gegen queeres Leben schüren, Schwangerschaftsabbrüche verbieten und vorgeben, was Familie ist. Sie geben sich als unschuldige KirchengängerInnen aus, aber bringen faschistische Forderungen aus der Hölle mit. Unterstützt werden sie dabei von prominenten AfD-PolitikerInnen wie z.B. Beatrix von Storch oder Franz Schmid.
Gleichzeitig findet zum ersten Mal eine Konferenz von „Heartbeat International“ in Deutschland statt, die sich personell und organisatorisch mit dem Programm des MfdL überschneidet. Die US-Organisation betreibt sogenannte Crisis Pregnancy Centers (Zentren für Schwangerschaftskonflikt-Beratungen), die mit Falschinformationen versuchen, ungewollt Schwangere von einem Abbruch abzuhalten. „Heartbeat International” ist ideologisch und in Teilen politisch mit der MAGA-Bewegung verzahnt und beteiligt sich an Kampagnen der Trump-Regierung. Diese Allianzen zeigen einmal mehr, dass Proteste gegen den Marsch der AbtreibungsgegnerInnen Teil antifaschistischer Politik sein müssen.
Der Blick in eine düstere Zukunft
Im September finden zudem Landtagswahlen statt. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin werden sich die Wahlergebnisse der AfD laut Prognosen verdoppeln. Ein Blick ins Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt zeigt, was das für queere Menschen bedeuten würde: Sie propagiert ein ausschließlich heterosexuelles Familienbild als „Keimzelle der Gesellschaft” und lehnt das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und queere Elternschaft als „pervers-linke Agitation” ab. Trans*sein wird als Trend dargestellt, der durch die “Regenbogenlobby” verbreitet wird, den Zugang zu wichtigen Hormontherapien will die AfD unterbinden. Wir müssen deshalb in diesem Jahr besonders darum kämpfen, dass diese völkischen Vorstellungen keine Realität werden!
Von der Pride zur Fear Season
Der tödliche Anschlag auf den diesjährigen Berliner CSD war ein Schock, der uns in Trauer und Wut zurück lässt. Diese unfassbare Tat bildet die Spitze des Wiederanstiegs queerfeindlicher Gewalt. Der Pride-Monat Juli, der queeres Leben feiert und an die historischen Stonewall Proteste erinnert, ist in den letzten Jahren zunehmend zur Angriffsfläche geworden: vom Ausruf des Stolzmonat von der Jungen Alternative und AfD-Politiker*innen bis zu zahlreichen Angriffen auf CSDs im vergangenen Jahr. An diesen queerfeindlichen Angriffen beteiligen sich extrem rechte AkteurInnen (AK.Fe.In, Cemas/democ) und auch christliche FundamentalistInnen. So viel zum Thema „Lebensschutz”. Welches Leben schützenswert ist, machen die AkteurInnen des MfdL an heteronormativem und völkischen Gedankengut fest. Ihre Fantasien von gewaltvoller Vernichtung betreffen uns!
Antifaschistisch = Queerfeministisch
Die Verstrickung von Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Faschismus wird ideologisch immer deutlicher. Eine emanzipatorische Gesellschaft beinhaltet die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, ein Leben ohne Angst für alle geschlechtlichen Identitäten und Formen des Begehrens. Dafür werden wir im September kämpfen! Schließt euch uns an! Gemeinsam stellen wir uns christlichen FundamentalistInnen und FaschistInnen in den Weg!
19. September 2026
11-16 Uhr
Washingtonplatz / Berlin-Mitte
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