Pressemitteilung 25.08.26: Antifeministischer, christlich-fundamentalistischer Verein gründet neues Projekt

Alfa e.V. ruft neues „von-Galen-Projekt“ aus und will damit den gesellschaftlichen, kirchlichen Diskurs weiter unterwandern. 

Berlin, 25.08.2026

Am 03.08.2026 hat die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.) gemeinsam mit der vereinseigenen Stiftung „Lebensrecht für Alle“ und der Stiftung „Ja zum Leben“ das „von-Galen-Projekt“ gegründet. Namensgeber ist der gleichnamige Bischof und Kardinal Clemens August von Galen, der  im Nationalsozialismus Predigten gegen die Euthanasiegesetze gehalten hat. Nach eigenen Aussagen will das Projekt die Stimme der Kirche in Fragen von Abtreibung, Leihmutterschaft und assiziertem Suizid stärken sowie nach Vorbild des Kardinals die eigenen Stimme für Menschenrechte erheben. Seit Jahren machen Medien und auch das What-the-Fuck-Bündnis immer wieder auf die Verflechtung von ALfA e.V. und den genannten Stiftungen mit extrem rechten und antifeministischen Akteur*innen aufmerksam. Im Netzwerk befindet sich neben der AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch die antifeministische Publizistin Birgit Kelle. Geprägt wird die Stimme des Projekts außerdem auch von der Bundesvorsitzenden von ALfA e.V. Cornelia Kaminski, die u.a. auf der Heartbeat Konferenz spricht, über die What-the-Fuck berichtete. Das Projekt ist nicht außerhalb dieser Vernetzungen zu verordnen. In der Gründungsgeschichte des Projekts liegt die Gleichstellung des Kampfes gegen NS-Euthanasie mit dem Kampf gegen Abtreibungen. Es wird suggeriert, dass Abtreibungen die Vernichtung unwerten Lebens darstellen, wie Euthanasie im Nationalsozialismus verstanden wurde. Das Recht auf Abtreibung soll systematisch weiter untergraben werden. „Wir können davon ausgehen, dass die Gründung dieses Projekts ein weiterer Versuch von ALfA e.V. ist, mit ihren queerfeindlichen, antifeministischen Ansichten den gesellschaftlichen Diskurs zu prägen und ihre Forderungen nach der Abschaffung des Rechts auf Abtreibung zu stützen. Kirche ist in Deutschland für viele immer noch ein Orientierungspunkt. Auch deshalb erachten wir es als gefährlich, dass dieser Vorstoß die ethisch und moralisch verwerflichen Ansichten der sogenannten Lebensschützer*innen stärken will.“, so Pressesprecherin Ella Nowak.

Kontakt:
Ella Nowak: presse-wtf@riseup.net
Mobil: +4915755342177

„Marsch für das Leben“?! What the Fuck! – Aufruf 2026

Hintergrund:
Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.) ist eine deutschlandweit agierende Organisation im Umfeld von christlichen Fundamentalist*innen und sogenannten Lebenschützer*innen. Die Aktion ist außerdem Teil des Bundesverbands Lebensschutz e.V., der den jährlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin und Köln organisiert. Die gleichnamige Stiftung „Lebensrecht für Alle“ dient der finanziellen Absicherung der Abtreibungsgegner*innen. Die Stiftung „Ja zum Leben“ ist Teil des bundes- und europaweiten Pro-Life-Netzwerk.
Kardinal und Bischof Clemens August von Galen hat am 03.08.1941 seine berühmte Predigt gehalten, in der er sich öffentlich gegen die Euthanasie-Gesetze der nationalsozialistischen Diktatur ausgesprochen und die Ermordung von behinderten und psychisch-kranken Menschen angeprangert hat.

Pressemitteilung 12.08.26: Radikale US-Abtreibungsgegner*innen treffen sich in Berlin

MAGA-nahe Organisation ‚Heartbeat‘ vernetzt sich mit christlichen Fundamentalist*innen aus Deutschland

Berlin, 12.08.2026

Vom 17. bis zum 19. September 2026 findet in Berlin erstmals das „Gipfeltreffen der Leiter europäischer Schwangerschaftshilfseinrichtungen“ von Heartbeat International statt – parallel zum sogenannten „Marsch für das Leben“. Heartbeat International ist eine aus den USA stammende und weltweit agierende Anti-Abtreibungs-Organisation aus dem christlich-fundamentalistischen Spektrum, die der MAGA-Bewegung nahesteht und das weltweit größte Netzwerk sogenannter Crisis Pregnancy Centers (CPCs) betreibt. Hierbei handelt es sich um Zentren, die vermeintlich Menschen beraten, die sich unsicher darüber sind, ob sie eine Schwangerschaft austragen wollen oder nicht.

Recherchen zeigen jedoch, dass die Beratungen gegen Schwangerschaftsabbrüche gerichtet und eben nicht ergebnisoffen sind. Unter anderem berichtete openDemocracy 2020, dass viele der angeschlossenen Zentren falsche oder irreführende Informationen verbreiten, etwa dass Schwangerschaftsabbrüche psychische Krankheiten oder Krebs verursachen würden.

Heartbeat International nutzt extreme Not- oder Stresssituationen aus, in denen sich ungewollt Schwangere befinden. Die christlichen Fundamentalist*innen manipulieren unter dem Deckmantel neutraler Beratung und verbreiten gezielt gesundheitsgefährdende Desinformation, um von einem Schwangerschaftsabbruch abzuhalten. Heartbeat International stellt eine Gefahr für ungewollt Schwangere dar!  Dass die deutsche Anti-Abtreibungs-Bewegung zur internationalen Konferenz von Heartbeat International einlädt, zeigt die enge Vernetzung dieser Bewegung mit dem faschistischen und antifeministischen MAGA-Milieu in den USA jetzt ganz offen. Die Konferenz bietet einer zutiefst gefährlichen Ideologie eine Bühne und richtet sich offen gegen den Grundsatz körperlicher Selbstbestimmung. Das werden wir nicht unwidersprochen geschehen lassen! Seit vielen Jahren organisiert unser Bündnis Proteste gegen das Treffen der Abtreibungsgegner*innen unter dem Motto “Marsch für das Leben – What the fuck?!”. Auch in diesem Jahr findet eine Gegenkundgebung am 19. September am Washingtonplatz statt.”, so Ella Nowak, Pressesprecherin des What-the-fuck-Bündnisses.

Kontakt:
Ella Nowak
presse-wtf@riseup.net
Mobil: +4915755342177
https://whatthefuck.noblogs.org/aufruf2026/

Hintergrund:
Vom US-Bundesstaat Kalifornien läuft aufgrund dieser Aktivitäten derzeit eine Klage gegen Heartbeat International. Dabei geht es auch um das von der Organisation betriebene „Abortion Pill Rescue Network“ – eine 24/7-Hotline, die ungewollt Schwangere ansprechen soll, die bereits einen medikamentösen Abbruch begonnen haben, mit dem Ziel, diesen rückgängig zu machen. Hierzu propagiert Heartbeat International die sogenannte „Abortion Pill Reversal“-Methode, wonach die Wirkung von Medikamenten, die eine Schwangerschaft abbrechen sollen, durch die Gabe von Progesteron rückgängig gemacht werden könnte und dies für die Betroffenen sicher sei. Die einzige Studie, die tatsächlich die vermeintliche Wirksamkeit dieser Methode untersucht hat, musste frühzeitig abgebrochen werden, nachdem die Teilnehmer*innen extrem starke Blutungen entwickelten und ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die Organisation bietet keine evidenzbasierte, ergebnisoffene Aufklärung über bestehende Möglichkeiten an. Damit werden die Sicherheit und Gesundheit dieser Menschen wissentlich aufs Spiel gesetzt.

Jedes Jahr im September findet in Berlin-Mitte der sogenannte „Marsch für das Leben“ statt. Auf diesem Marsch versammeln sich christliche Fundamentalist*innen, erzkonservative Kirchenvertreter*innen und extreme Rechte, um gemeinsam gegen das Recht auf Abtreibung zu demonstrieren. Ihre Forderung: ein absolutes Abtreibungsverbot – also die Zwangsaustragung einer Schwangerschaft, selbst wenn die Betroffenen dies nicht wollen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung 03.06.2026

Das queer-feministische Bündnis What-the-Fuck fordert Monitoring zur Kassenfinanzierung des NIPT: „Selektion darf nicht zur Normalität werden“

Berlin, 4.6.2026
Am 25. oder 26. Juni 2026 wird der Deutsche Bundestag über den fraktionsübergreifenden Antrag „Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ abstimmen. Wir unterstützen die Forderung nach einem verbindlichen Monitoring, um die gesellschaftlichen Auswirkungen der Kostenübernahme für Tests auf Trisomien zu erfassen. Reproduktive Gerechtigkeit umfasst nicht nur das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, sondern auch die Analyse der Rahmenbedingungen, unter denen diese Entscheidungen getroffen werden.

Die Kassenfinanzierung des NIPT stellt ein Novum dar: Ein Test ohne direkten therapeutischen Nutzen für das ungeborene Kind wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Kritiker*innen bemängeln, dass bislang keine unabhängigen Untersuchungen vorliegen, ob der Test faktisch zu einem Massenscreening auf Trisomie 21 (Down-Syndrom) geführt hat. Es fehlen verlässliche Daten darüber, ob Schwangere sich aufgrund mangelhafter Aufklärung oder gesellschaftlichen Drucks („Soll-Erwartung“) für den Test entscheiden und wie sich dies auf das gesellschaftliche Bild von Behinderung auswirkt.

Die soziale Benachteiligung von Menschen mit Behinderung ist ein politisches Problem, das nicht durch medizinische Selektion gelöst werden darf„, so die Pressesprecherin des Bündnisses Ella Nowak. „Das ist eine Richtungsentscheidung. Wir möchten nicht in einer Gesellschaft leben, die Selektion und Leistungsdenken bereits im Uterus praktiziert, in der es (wieder) normalisiert wird, das behindertes Leben vermeidenswert sei. Ja, wir brauchen ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Wir brauchen aber auch gute Bedingungen für ALLE und einen Abbau gesellschaftlicher Ungleichheiten. Wir müssen jetzt hinschauen, bevor es zu spät ist. Ein Monitoring ist daher keine Einschränkung, sondern eine notwendige Voraussetzung für echte Wahlfreiheit.

Der Antrag sieht vor, ein Gremium zu installieren, das die Konsequenzen der Kassenleistung überwacht. Dies steht im Kontrast zu Positionen, die den Antrag pauschal als Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren kritisieren. Informierte Entscheidungen sind eine Grundvoraussetzung von Selbstbestimmung. Besonders widersprüchlich ist, dass die AfD, die sich immer wieder als die Partei der sogenannten LebensschützerInnen versteht, genau jene Transparenz ablehnt, die notwendig wäre, um zu prüfen, ob die Kassenfinanzierung tatsächlich zu einer Selektion führt.

Wir warnen davor, die Tür für weitere genetische Tests auf Normabweichungen zu öffnen, ohne die ethischen und sozialen Folgen zu reflektieren, die damit einhergehen. Die Entscheidung im Bundestag ist eine Richtungsentscheidung für eine inklusive Gesellschaft. Wir unterstützen die Forderung des #NoNIPT-Bündnisses: Einrichtung eines verbindlichen Monitorings zur Erfassung der gesellschaftlichen Folgen der NIPT-Kostenübernahme.

Pressemitteilung 19.2.26

PRESSEMITTEILUNG – Medizin und christlicher Fundamentalismus? Antifeministischer Kongress von Abtreibungsgegner*innen

Berlin, 23. Februar 2026

Der Anti-Abtreibungs-Verein “Aktion Lebensrecht für alle“ (ALfA) veranstaltet am 6. März 2026 in Berlin einen Kongress zum Thema Leihschwangerschaft. Das Programm zeigt ein Netzwerk aus Abtreibungsgegner*innen, Vertreter*innen von Lobbyvereinen und Populist*innen, wie die umstrittene Publizistin Birgit Kelle, aber auch Mediziner*innen (u.a. von der Charité), Das What-the-Fuck-Bündnis kritisiert die antifeministische und queer-feindliche Ausrichtung des Kongresses. Wir sehen in dieser Veranstaltung eine gefährliche Verquickung von Wissenschaft und populistischen, anti-queeren und antifeministischen Positionen. Es ist ein Skandal, dass Ärzt*innen für die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung Fortbildungspunkte erhalten sollen. Wir sehen darin eine große Gefahr, da die Veranstalter*innen dafür bekannt sind, medizinische Falschinformationen zu verbreiten.

Das Problem ist nicht eine kritische Perspektive auf Leihschwangerschaft, sondern dass der Kongress von christlichen Fundamentalist*innen und Abtreibungsgegner*innen initiiert wird, die bereits in ihrer Grundhaltung antifeministisch und queerfeindlich sind. Die Veranstaltenden sind nicht an einer Kritik an einer potenziell ausbeuterischen Reproduktionsmedizin interessiert, sondern lehnen per se alle Möglichkeiten auf queere Elternschaft ab. Denn: Reproduktionstechnologien wie Eizelltransfer und Leihschwangerschaft haben das Potential Paaren und anderen Familienkonstellationen Kinder zu ermöglichen, die selbst keine Schwangerschaft austragen können oder wollen. So bekommen zum Beispiel auch queere Paare eine Chance auf Elternschaft. Was wir als eine Chance auf Gleichstellung sehen, stößt bei christlichen Fundamentalist*innen auf Ablehnung.

Gleichzeitig sind diese Reproduktionstechnologien jedoch in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingebettet. Schwangerschaft geht mit gesundheitlichen Risiken einher, insbesondere wenn reproduktionsmedizinische Verfahren genutzt werden. Denn der „Deal“ findet nicht ausschließlich zwischen den werdenden Eltern und der schwangeren beziehungsweise eizellspendenden Person statt. Insbesondere bei der Kombination von Leihschwangerschaft und Eizellspende ist man auf reproduktionsmedizinische Technologien angewiesen. Damit tritt stets eine dritte Partei auf: Unternehmen der Reproduktionsmedizin. Diese Unternehmen handeln profitorientiert und profitieren finanziell vom Körper der Spender*innen bzw. Austragenden, auch wenn diese kein Geld erhält.

In unserer Kritik geht es nicht darum, die individuelle Entscheidung für eine Leihschwangerschaft – weder die der Wunscheltern noch die der austragenden Person – anzuprangern. Vielmehr wollen wir kritisch beleuchten, innerhalb welcher Strukturen diese Entscheidungen getroffen werden und wer die Bedingungen dafür vorgibt. Wir grenzen uns ausdrücklich von christlich-konservativen und rechten Argumentationen gegen Leihschwangerschaft ab, die die Debatte nutzen, um Queerfeindlichkeit weiter zu verbreiten. Ebenso problematisch sind Positionen, die In-vitro-Fertilisation als „Massenmord an vielen potenziellen kleinen Lebewesen“ bezeichnen. Diese Sichtweisen weisen wir entschieden zurück,“ Ella Nowak, Pressesprecherin des What-the-Fuck-Bündnis.

Mehr Informationen zu unserer Arbeit und zum Thema finden Sie auf unserem Blog: https://whatthefuck.noblogs.org/die-freiheit-kein-kind-austragen-zu-muessen/

Ella Nowak, Pressesprecherin des What-the-Fuck-Bündnis.

PRESSEMITTEILUNG: Für die Abschaffung von § 218 und reproduktive Gerechtigkeit

Protest gegen den „Marsch für das Leben“ – Für die Abschaffung von § 218 und reproduktive Gerechtigkeit

Am Samstag, den 20. September 2025 , wird in Berlin der sogenannte „Marsch für das Leben“ stattfinden. Hinter dem harmlos klingenden Namen verbirgt sich eine christlich-fundamentalistische, antifeministische und queerfeindliche Strömung , die sich für ein vollständiges Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen einsetzt und damit das Recht schwangerer Menschen auf körperliche Autonomie und medizinische Versorgung massiv angreift. Der Marsch ist die größte jährliche Veranstaltung der sogenannten „Lebensschutzbewegung“ in Deutschland.

Dabei geht es um mehr als nur das Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen: Der „Marsch für das Leben“ ist ein Sammelpunkt für AkteurInnen, die gezielt gegen trans Personen, queere Bildungsarbeit, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt hetzen* . Immer wieder werden Falschinformationen verbreitet (hier unsere Recherche zu keinMädchen verlinken) und enge Verbindungen zu konservativen Kräften und der extremen Rechten gepflegt – bis hin zu bekannten AfD-PolitikerInnen und VertreterInnen globaler extrem rechter Netzwerke , die regelmäßig an der Veranstaltung teilnehmen. Weiterlesen